KARPALTUNNEL
.... wenn die Finger taub sind.....

Der Karpaltunnel stellt eine anatomische Engstelle im Bereich des Handgelenkes dar. Hier ziehen alle Beugesehnen der Finger zusammen mit dem Medianusnerven durch einen Kanal, der durch die Handwurzelknochen und eine querverlaufende Bandverbindung gebildet wird. Dieses so genannte Ligamentum carpi transversum wird bei einer Operation durchtrennt.

Aus den verschiedensten Gründen kann es nun entweder zu einer Verengung des Kanales oder zu einer Volumenszunahme des Inhaltes des Kanales kommen. Durch den Druck der nun auf den Medianusnerven ausgeübt wird, wird die Funktion dieses Nerven gestört. Die Folge ist zunächst ein Druckgefühl und eine zunehmende Taubheit der ersten drei Finger der Hand. Diese Taubheit tritt zu Beginn üblicherweise vor allem in der Nacht auf, in späteren Stadien auch untertags. Bei fortgeschrittenen Fällen kommt es auch zu einer Verschmächtigung des Daumenballens, da der hier liegende Muskel vom Medianusnerven versorgt wird.

Die Abklärung der Erkrankung erfolgt durch eine Bestimmung der Nervenleitgeschwindigkeit. Bei dieser elektrophysiologischen Untersuchung wird über Elektroden die Geschwindigkeit der Fortleitung von elektrischen Impulsen am Medianusnerven bestimmt. Bei einer Einengung des Nerven ist diese Geschwindigkeit verlangsamt.

Die Therapie beschränkt sich in leichteren Fällen auf eine Lagerung der Hände in der Nacht auf Schienen, die den Karpalkanal entlasten sollen, sowie auf physikalische Maßnahmen. In fortgeschritteneren Fällen ist die operative Durchtrennung des Ligamentum carpi transversum angezeigt, in manchen Fällen auch eine zusätzliche Freilegung des Nerven bei Vorliegen von narbigen Einziehungen der Nervenscheide des Medianusnerven.

Es gibt die unterschiedlichsten Operationsverfahren um diese Ziele zu erreichen. Sie reichen von rein endoskopischer Durchtrennung des Bandes über halboffene Verfahren bis zur kompletten Freilegung des Bandes vor seiner Durchtrennung. Ein wichtiger Punkt bei der operativen Versorgung ist die Gefahr der Verletzung des Nervenastes zum Daumenballenmuskel. Dessen Verlauf weist nämlich große individuelle Unterschiede auf. Daher ist die Durchtrennung dieses Nerven eine der wichtigsten Komplikationen der Karpaltunneloperation.

Jedes der operativen Verfahren hat sowohl Vor- und Nachteile. Sie sollten mit ihrem Operateur ein eingehendes Gespräch über diese Techniken führen und sich über deren Vorteile und Gefahren beraten lassen.

Sollten Sie weitere Fragen haben, so kontaktieren Sie mich bitte. 

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