KREUZBÄNDER
...die zentralen Stabilisatoren des Kniegelenkes...

Die Kreuzbänder (vorderes und hinteres Kreuzband) verlaufen jeweils vom Oberschenkelknochen zum Schienbein. Sie stabilisieren dadurch das Kniegelenk in seinem gesamten Bewegungsausmaß. Verletzungen der Kreuzbänder treten im Sport häufig auf. Sehr oft sind Fußballspieler und Schifahrer betroffen.

VORDERES KREUZBAND

Das vordere Kreuzband stabilisiert die vordere Verschieblichkeit des Unterschenkels gegen den Oberschenkel. Bei einem Riss dieses Bandes kommt es zu einer sogenannten vorderen Instabilität, die entsprechend den eventuell eingetretenen zusätzlichen Verletzungen mit weiteren Instabilitäten kombiniert sein kann. Der Riss tritt typischerweise bei Verdrehung im Kniegelenk gegen den fixierten Unterschenkel auf. Da dies meist bei Außenrotationsbewegungen eintritt ist die häufigste Kombinationsverletzung eine anteromediale Instabilität mit Beteiligung des inneren Seitenbandes.

Die Diagnose einer vorderen Kreuzbandruptur wird von ihrem behandelnden Unfallchirurgen in den meisten Fällen durch einfache Untersuchungstechniken (Stabilitätstests) gestellt werden können. Manchmal wird dies durch starke Schmerzen und dadurch ausgelöste Muskelverspannungen im Akutstadium erschwert. Zum Ausschluss von Begleitverletzungen, die eine baldige Operation nahe legen könnten wird jedoch fast immer ein MRI (Magnetresonanz) Untersuchung durchgeführt werden.

Die Versorgung des Kreuzbandrisses beim sportlich aktiven Patienten wird im jüngeren Alter meist operativ erfolgen. Es muss aber betont werden, dass durch konsequentes und dauerndes Muskeltraining bei einem Teil der Patienten auch bei fehlendem vorderen Kreuzband eine ausreichende funktionelle Stabilität erzielt werden kann.
In jedem Fall empfiehlt sich die Operation bei Sportarten oder Berufen bei denen eine Instabilität im Kniegelenk eine Gefährdung darstellen kann (z.B. Klettersport) sowie bei bestehenden Instabilitätsbeschwerden ("giving way").

Die Operation sollte entweder akut in den ersten 24 Stunden nach Verletzung oder frühestens nach 6 Wochen erfolgen. Dazwischen hat sich statistisch gezeigt, dass die Gefahr einer postoperativen Gelenksvernarbung mit resultierenden Bewegungseinschränkungen erhöht ist.

Als Standardtechniken bei Riss des vorderen Kreuzbandes hat sich in den letzten Jahren der Kreuzbandersatz mittels Bone-Tendon-Bone-Transplantat aus dem Kniescheibenband (ligamentum patellae) mit Knochenblöcken aus der Kniescheibe und dem Schienbeinkopf, oder Semitendinosussehne von der Innenseite der Knieregion bewährt. 
Die Vor- und Nachteile dieser Techniken sowie die möglichen Komplikationen sollten Sie vor der Durchführung einer Operation bei der Besprechung mit Ihrem Operateur oder per email an unser Team erfragen.

HINTERES KREUZBAND

Verletzungen des hinteren Kreuzbandes sind vergleichsweise selten und treten vor allem bei Überstreckungsverletzungen oder bei Anpralltraumen bei gebeugtem Kniegelenk auf. Typisch für diese Verletzung ist der hintere Durchhang des Kniegelenkes bei 90° Beugung. Oft findet sich ein knöcherner Ausriss des hinteren Kreuzbandes, meist vom Schienbein. Da es sich dabei um eine knöcherne Verletzung mit guter Heilungstendenz bei fehlender Verschiebung des Knochenstückes handelt wird diese Verletzung im Vergleich zum vorderen Kreuzband viel seltener operativ versorgt.
Meist reicht eine Ruhigstellung im Gipsverband für einige Wochen aus. 

Bei komplexen Knieverletzungen, meist nach Verrenkungen des Kniegelenkes im Rahmen von Hochrasanztraumen wird auch eine operative Stabilisation des hinteren Kreuzbandes durchgeführt. Hierbei werden allerdings in offener Technik auch die Seitenbänder und die Gelenkskapsel versorgt.


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