| SCHULTER | |
| ...Luxation - Instabilität... | |
Das Schultergelenk stellt die Verbindung des Armes zum Rumpf dar. Um der Hand einen möglichst großen Aktionsradius zu ermöglichen hat das Schultergelenk den größten Bewegungsumfang aller Gelenke des menschlichen Körpers. Diese Funktion wird allerdings nur dadurch ermöglicht, dass ein Missverhältnis zwischen Oberarmkopf und Gelenkspfanne besteht. Der Kopf ist "zu groß" für die Pfanne. Um die Stabilität des Gelenkes zu verbessern ist die knöcherne Gelenkspfanne des Schulterblattes mit einem bindegewebigen Ring umgeben, dem Labrum. Dieses vergrößert die Kontaktfläche im Bereich der Gelenkspfanne. An ihm setzt auch die Gelenkskapsel an, die wegen der großen Bewegungsfreiheit des Schultergelenkes relativ weite Aussackungen besitzt. Die Kapsel ist durch Bandzüge verstärkt, von denen vor allem das untere Kapselband quasi als "Hängematte" den Oberarmkopf unterstützt.
Durch unkundige Helfer kann die Situation durch einen falschen Versuch der Einrichtung verschlimmert werden. Im schlimmsten Fall kann das zum Bruch des Oberarmes, Nerven- oder Gefäßverletzungen führen. Eine Einrenkung von Gelenken soll immer erst nach Anfertigung von Röntgenbildern und einer Kontrolle der Nerven- und Gefäßversorgung durchgeführt werden. Nach der ersten Verrenkung wird
üblicherweise eine konservative Therapie eingeschlagen. Die
Schulter wird für etwa drei Wochen im Schulterverband ruhiggestellt.
Danach folgt eine Phase der Rehabilitation und physikalischen Therapie
um Beweglichkeitseinschränkungen entgegenzuwirken und die Muskulatur
zu kräftigen. Allerdings ist festzuhalten, dass die Wahrscheinlichkeit einer neuerlichen Verrenkung an der Schulter relativ hoch ist. Ab dann spricht man von einer Schulterinstabilität. In Abhängigkeit vom Alter und Aktivitätsausmaß des Patienten wird die Wiederholungsrate mit bis zu 60% angegeben. Sollte eine neuerliche Verrenkung eintreten dann ist der Zeitpunkt gekommen über eine operative Stabilisierung des Schultergelenkes zu sprechen. >SCHULTEROPERATIONEN Von diesen traumatischen (verletzungsbedingten) Instabilitäten sind die angeborenen (habituellen) Instabilitäten abzugrenzen. Hierbei besteht entweder eine Missbildung im Bereich der knöchernen Strukturen des Schultergelenkes oder auch der Gelenkskapsel oder auch eine Fehlstellung des gesamten Schulterblattes. In den meisten Fällen lässt sich aber keine eindeutige Ursache der Instabilität erkennen, eine Vermutung geht in eine fehlerhafte Ansteuerung der Schultermuskulatur. Einige Patienten können in der Folge den Oberarmkopf willentlich in eine verrenkte Stellung bringen und auch ohne irgendeine Hilfe wieder einrenken. In einigen Fällen von Jugendlichen verschwindet diese Instabilität mit zunehmendem Alter. Die operative Behandlung dieser habituellen Instabilitäten ist ausgesprochen schwierig und führt immer wieder zu unbefriedigenden Ergebnissen.
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